Schulterschmerzen leicht erklärt

Die Schulter ist ein äußerst komplexes Gebilde aus Sehnen, Muskeln, Knorpel und Knochen. Als sogenanntes Kugelgelenk wird die freie Bewegung in allen Ebenen möglich. Sie ist eines unserer wichtigen „Macher“-Gelenke, da wir sie egal, ob beim Sitzen, Gehen oder Stehen meistens bewegen.

Mit der Schulter hat uns die Natur ein echtes Geschenk gegeben. Sie kann hohe Kräfte übertragen wie beim Heben eines Kastens Wasser und gleichzeitig viel Feingefühl, wenn sie – über die Schulter mit angesteuert –, ein Kind streicheln, was sich gerade wehgetan hat.

Man kann über die Schulter Überkopfbewegungen ausführen wie Kirschen von einem Ast pflücken, aber genauso sollte man sich zwischen den Schulterblättern und im unteren Nackenbereich dank der Schulter-Arm-Beweglichkeit kratzen können, wenn zum Beispiel ein Mückenstich juckt. 

Ohne Schultergelenk wären Zähne putzen oder Haare kämmen nicht möglich. Auch beim Rückenschwimmen, Armkreisen und tänzerischen Bewegungen wird einem bewusst, welche Vielfalt an Bewegung und Kraftfluss die Schulter zulässt.

Betrachten wir unseren Schulteralltag, fällt auf, dass wir nicht viel von der Schulterbeweglichkeit und Kraft nutzen. Meistens nutzen wir den Schulter-Arm-Winkel mit ca. 45° nach vorne unten gerichteten Armen. Dabei können mehr oder weniger kraftvolle Tätigkeiten verrichtet werden. 

Diese Einseitigkeit ist das Hauptschulterproblem. Egal ob Gartenarbeit, Computertätigkeit, Essen – meistens haben wir denselben Schulter-Arm-Winkel eingestellt. Was macht jetzt die Muskel-Faszien-Struktur der Schulter? Sie wird regelrecht auf diesen Arbeitswinkel festtrainiert! 

Zunächst treten Schmerzen bei alltäglichen Dingen wie dem Tragen einer Einkaufstasche als muskuläre Verspannungen auf, später wird man sie nicht mehr los. 

Daraus resultieren verschiedenste Schmerzbilder und Veränderungen im Schultergelenk. Um zu verstehen, wie die Schulter grundsätzlich funktioniert und entsprechende Therapie- und Übungsschritte motiviert nachzuvollziehen, ist es sicherlich von Interesse einiges über die Schulteranatomie zu erfahren.

Was Du über Deine Schultergelenk-Anatomie unbedingt wissen solltest?

1.  Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk am menschlichen Körper. Dies wird  durch die flache Gelenkpfanne und der Hauptführung durch Muskeln umgesetzt.

2. Die Bildung der Schultergelenkpfanne erfolgt durch das Schulterblatt, welches zu den platten Knochen gehört. Das Schulterblatt kann man räumlich durch die Schulterblattgräte, Schulterblatthöhe und unterer und oberer Schulterblattecke ertasten.

3. Der Oberarmknochen Humerus bildet den Schultergelenkkopf, der durch seinen relativ großen Durchmesser gegenüber der Pfanne einen großen Beitrag zu der immensen Beweglichkeit leistet.

4. Um das knöcherne Schultergelenk sind eine Vielzahl von Muskeln angeordnet, die feinste Schulteransteuerungen wie beim indischen Tanz oder auch stärkste Arbeit wie beim Freiklettern verrichten können.

5. Auf der Rückseite des Schulterblatts gibt es einen Muskel, der über der Schulterblattgräte zum Oberarmknochen zieht und mit für das Seitheben sorgt, und einen großen Muskel, der unterhalb der Schulterblattgräte zum Oberarmknochen zieht und mit für die Auswärtsrotation sorgt. Beide sorgen dafür, dass der Humerus-Gelenkkopf in die Pfanne des Schulterblattes gezogen wird. t.

 

6. Der Unterschulterblattmuskel verbindet mit seinen faszialen Anteilen Schulterblatt und rückwärtigen Brustkorb. Er zieht auch zum Oberarmknochen und sorgt für die Innenrotation und dass der Gelenkkopf in die Pfanne gezogen wird.

7. Das Schlüsselbein bildet mit der Schulterblatthöhe ein relativ starres, stabiles Nebengelenk im Schulterbereich.

8. Zusätzlich wird die Schulter Durch die Bänder, die Gelenkkapsel und den Deltamuskel, der wie eine Kapsel das Gelenk umschließt, gesichert.

9. Große Muskeln wie der große Rückenmuskel, die Brustmuskeln, der Trizeps und der Bizeps bewegen den Oberarm im Schultergelenk.

10. Man darf das Gelenk nicht zu sehr in Muskelfunktionen trennen, da alle Bestandteile mit Faszien verbunden sind und so an den verschiedensten Bewegungen zusammenarbeiten.
Wenn Du diese Zusammenhänge mehr verstehen willst, so schaue Dir hier mein Video zur Schultergelenkanatomie an. Dabei werden alle zehn Punkte besprochen und Du verstehst, wie die Schulter grob funktionell funktioniert.

Welche Schulterschmerzen gibt es?

Schulterschmerzen können sehr vielfältig auftreten. Sie lähmen den Arbeitsalltag und das Freizeitverhalten. Dabei kann man die Schulterschmerzen grob in zwei Gruppen teilen.
Einmal Schulterschmerzen, die bei Belastung und Bewegung auftreten:

  • Schmerzen beim seitwärts Hochheben des Arms, Abduktion
  • Schmerzen beim nach vorne Hochheben des Arms, Anteversion
  • Schmerzen beim Zurückführen des Arms, Retroversion
  • Schmerzen bei der Innenrotation des Arms
  • Schmerzen bei der Außenrotation des Arms

Meistens sind diese Schmerzen mit starken Bewegungseinschränkungen verbunden.
Die zweite Gruppe sind Schmerzen, die auch in Ruhe auftreten:

  • Schmerzen nachts
  • Druckschmerzhafte Punkte
  • Brennende punktuelle Schmerzen am Schulterblatt
  • Schmerzen im Oberarm

Die große Frage ist jetzt, was hat zu diesen Schmerzen geführt? Genau hier gibt es drei Bereiche, die dafür sorgen, dass sich der Arm nicht mehr bewegen lässt.

Erstens ist hierfür …

… der Zustand Deiner Faszien entscheidend. Faszien sind das weiße Bindegewebe, was jede Muskelfaser und jeden Muskel umhüllt und dann in der Sehne ausläuft, die wiederum an der Knochenhaut fest verwachsen ist. Faszien sind eigentlich ein robustes Medium, was nicht gleich mit Schmerzen reagiert. 

In den Faszien finden wir eine Vielzahl von Rezeptoren, die die Spannung und die chemische Zusammensetzung, z. B. den pH-Wert, messen. 

Erst, wenn diese Werte über einen Schwellwert kommen, werden die Rezeptoren aktiviert und senden den Schmerz. 

Jetzt fragt sich natürlich jeder, wie kann ich dafür sorgen, dass meine Schmerzen von faszialer Seite sich auflösen. 

Die entscheidende Frage hierbei ist: Werden Deine Faszien ausreichend hydriert, entsäuert, entgiftet und bewegt?

Zweitens sind hierfür  …

… die Muskeln verantwortlich. Dabei muss man sich vorstellen, dass bei jeder Bewegung ein Muskel sich anspannt, man sagt auch Spieler bzw. Agonist zu dem Muskel, und ein Muskel nachgibt. Diesen nennt man Gegenspieler bzw. lateinisch Antagonist. 

Gibt der Gegenspieler nicht nach, entspannt sich also nicht, kommt es zu mehr Druck im Gelenk. Damit dieser Druck das Gelenk nicht zerstört, kommt es zu Warnmeldungen in Form eines Spannungszugschmerzes. Diesen zu erkennen und entsprechend zu behandeln ist eine große Herausforderung, weil der Schmerzort oft nichts mit dem zu entspannenden Muskel zu tun hat. 

Dieser Ablauf kann sich ständig verschärfen, wobei zum Beispiel Agonist und Antagonist die Rolle vertauschen oder andere Muskeln und Muskelketten hinzukommen. Gleichzeitig sorgen Muskeln für eine ausbalancierte Statik. Kommt diese Statik Durcheinander, zum Beispiel durch zu viel Sitzen und einseitige Tätigkeiten, entstehen diese Spannungszugschmerzen auch in der überforderten Muskulatur.

 

Der dritte Bereich ist …

… der Entzündungsschmerz. Kommt es aufgrund zu starker unnatürlicher Reize zu einer Entzündung, wird natürlich auch ein Schmerz geschaltet, der auf das Entzündungsgeschehen hinweist und die Heilungskräfte mobilisiert. 

Genau wie bei den anderen zwei Bereichen geht es darum den Schmerz dann direkt auf der Ursachenebene zu behandeln. 

Alle zweifelhaften Angebote wie zum Beispiel Cortisonspritze und Ibuprofen sind nur von kurzer Linderung und mit Nebenwirkungen behaftet. 

Auch natürliche Entzündungssenker helfen nur bedingt, solange die Ursache von dem unnatürlichen Reiz nicht beseitigt wird. 

In meinen Forschungen, Weiterbildungen und Büchern habe ich eine genaue systemische Analyse und Behandlung für diese Entzündungsreize entwickelt.

Die große Frage ist jetzt, was hat zu diesen Schmerzen geführt?
Genau hier gibt es drei Bereiche, die dafür sorgen, dass sich der Arm nicht mehr bewegen lässt.

Vielleicht interessiert es Dich, in welchen Zustand Dein Schultergelenk und die umgebenden Strukturen gerade sind. Dann führe doch einfach folgenden funktionellen Schultertest durch. Achte dabei auf eine sehr langsame Ausführung.

Solltest Du irgendetwas gerade nicht können bzw. starke Schmerzen haben, so nehme das als ernsten Hinweis und versuche entsprechend zu üben. Bei akuter Schmerzlage solltest Du diesen Schmerztest noch nicht durchführen.

  1. Kannst Du einen normalen Liegestützstand Durchführen?

  2. Kannst Du einen Liegestütz Durchführen? Das Ablegen der Knie ist ab 60 erlaubt.

  3. Kannst Du langsam mit gestrecktem Arm am Ohr vorbei nach hinten Armkreisen ausführen?

  4. Kannst Du Dein komplettes Körpergewicht hängend an einer Stange halten?

  5. Kannst Du hinter dem Rücken das gegenüberliegende Schulterblatt berühren?

  6. Kannst Du über den Kopf greifend, mit der Hand das gegenüberliegende Schulterblatt berühren?

  7. Kannst Du beide Hände in Kopfhöhe, Arme getreckt, Daumen nach hinten zeigend hinter den Rumpf ziehen.

  8. Kannst Du die Arme in Rückenlage gestreckt über den Kopf auf den Boden ablegen?

  9. Kannst Du die Oberarme in jeder Position zum Beispiel Seithaltung ein- und auswärts rotieren.

  10. Kannst Du die Arme gestreckt am Körper nach hinten führen und Dich abstützen?

Hast Du akute Schmerzen, so solltest Du den folgenden Test durchführen, um Deine Bewegungseinschränkungen und möglichen Verletzungen zu beschreiben.

Schulter-Schmerztest

  1. Welche Stelle tut genau weh? Zeige die Stelle mit dem Zeigefinger!

  2. Bei welcher Bewegung verstärkt sich der Schmerz?  

  3. Bei welcher Situation oder Bewegung ist er am geringsten im Alltag?  

  4. Welche Schmerzeigenschaft hat der Schmerz? Ist er punktuell, flächig, brennend, stechend, pochend, drückend, ziehend?  

  5. Bei welchen Alltagsbewegungen ist er am meisten zu spüren? Kämmen? Tassen aus dem Regal holen? Abstützen?  

  6. Treten auch nachts Schmerzen auf?  

  7. Fühlt sich das Gelenk warm an?  

  8. Gibt es einen Auslöser für den Schmerz? Unfall?  

  9. Sind schon mal Schmerzen an der Schulter aufgetreten?  

  10. Welche Bewegungsmuster hast Du auf der Arbeit, beim Sport und in der Freizeit am meisten?

Wenn Du bis hierhin alles durchgelesen hast und ich hoffe auch nachvollziehen konntest, dann möchte ich Dir jetzt einen Weg vorschlagen, wie Du unabhängig von Zeit und Ort auch mit mir zusammen Deine Schmerzen beseitigen kannst. 

Hierzu musst Du nur Deine Daten hinterlassen und mein Support-Team meldet sich, um alles Weitere kurz abzuklären. 

Natürlich kannst Du auch direkt anrufen! Starte jetzt durch!

Wann sollte man zu einem guten Therapeuten gehen?

Dabei gibt es zwei grundsätzliche Vorgehensweisen. Gab es eine akute unfallbedingte, traumatische Situation? Dann sollte man ruhig erstmal zum Ausschluss von schlimmen Brüchen zu einer Notaufnahme gehen und sich dort entsprechend behandeln lassen. Haben sich aber die Schulterschmerzen langsam verstärkt und handelt es sich um einen chronisch schleichenden Prozess, so sollte man differenziert vorgehen.

Als Erstes …

… wäre auch hier eine Abklärung zum Ausschluss von schlimmeren Erkrankungen angeraten.

Als zweiten …

… Schritt empfiehlt es sich, die schmerzende Schulter mit speziellen sanften Übungen, gezielten Stoffwechselmaßnahmen und wenn möglich mit einer funktionalen Therapie zu versorgen.

Beim dritten …

… Schritt geht es um das Abklingen der akuten Schmerzsituation. Dieser Wendepunkt im Schmerzgeschehen sollte mit allen natürlichen zur Verfügung stehenden Mitteln erreicht werden.

Dabei muss man sich bewusstmachen, dass der Körper seine gesamten Selbstheilungskräfte mobilisiert und alles zur Verfügung stehende tut, um die Schmerzen und die Schmerzursache zu bereinigen. Es sind also 30.000.000.000.000 (30 Billionen) Zellen damit beschäftigt, Enzyme, Hormone, Aminosäuren, letztendlich eine Unzahl von hochenergetischen Verbindungen zu produzieren, um den Körper aus der Schmerzsituation zu bringen. 

Warum?  

Weil nur so ein Überleben der Menschheit in Krisen, Herausforderungen und Angriffen von außen möglich gewesen ist. Wenn die normale natürliche Harmonie über den erträglichen Schwellwert hinaus verletzt wird, versucht der Körper alles, um wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu kommen. 

Welche Funktion haben dabei die Schmerzen? 

Die Schmerzen signalisieren einmal nach außen an das menschliche Bewusstsein, mein Körper ist zu viel unnatürlichen Einflüssen ausgesetzt, sodass es zu starken Anspannungen in der Muskulatur, zu Ablagerungen von chemischen Stoffen im Gewebe kommt und zu viele Entzündungsauslöser im Schmerzgebiet vorhanden sind. Begleitet wird das Ganze meistens von einer allgemeinen Stresssituation, die das Hören auf den Schmerz und dessen natürliche Interpretation schlicht unmöglich macht und die Selbstheilungskräfte blockiert. 

Dafür gibt es immer wieder Beispiele, wenn traumatische Situationen in der Arbeit oder in der Familie geklärt sind und Schmerzen wie von selbst verschwinden. Dieses Schmerzsignal sorgt also dafür, dass wir unsere Lebensweise überdenken und zum Beispiel diesen Text lesen, natürliche Maßnahmen ergreifen und den Körper unterstützen wollen bei seiner Heilung. 

Viele interpretieren den Schmerz aber auch falsch und versuchen, mit weiteren unnatürlichen Methoden den Schmerz zu unterdrücken. Das wird nicht dauerhaft funktionieren. Erst wenn wirklich alle Schmerzursachen bereinigt werden, kommt es zu einer Lösung des Schmerzbildes. 

Die andere Funktion des Schmerzes ist die Signalisierung innerhalb des Körpers, dass ein unnatürlicher Zustand, die Funktion eines Bereiches so beeinflusst, dass ein Total-Ausfall droht. Dafür ist der Schulterschmerz ein gutes Beispiel, da er bei Nichtaktivierung der Selbstheilungskräfte in einem Desaster enden würde. Die Schulter würde steifer, unbeweglicher und kraftloser werden und so die Nahrungsaufnahme und die täglichen Aufgaben unmöglich machen. 

Deshalb ist der Schmerz auch eine Aktivierung und Konzentrierung der Selbstheilungskräfte, um aus dieser Situation schnellstmöglich herauszukommen. Alle Zellen, alle Organe versuchen, als Verbund diese Schmerzsituation zu lösen. Du siehst wie wichtig das Schmerzsignal ist, deshalb unterdrücke es so wenig wie möglich.

Achtung!

Greifen wir jetzt ständig zu Schmerzmitteln, bleiben wir bei den täglichen Verspannungen, stoppen wir nicht die Übersäuerung und Vergiftung und lösen wir nicht unsere psychischen Konflikte. Der Körper kommt nicht aus dem Schmerz heraus.

Haben sich die unnatürlichen Einflüsse schon zu stark aufsummiert, kann es zu Schäden kommen, die ein symptomatisches Eingreifen notwendig machen, aber auch langfristig mit besonderen natürlichen Maßnahmen versorgt werden sollten.

Erst eine Herangehensweise, die die Selbstheilungskräfte unterstützt, wird zu einer wirklichen Schmerzlösung beitragen.

Deshalb ist es so wichtig an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass Du so bald wie möglich den natürlichen Heilungsprozess unterstützt und nicht die Zeit, Hoffnung und Energie in sinnlose therapeutische Maßnahmen investierst. Wie oft höre ich den Satz: „Hätte ich das schon früher gewusst“. 

Das Problem war aber nicht das Wissen, sondern dass man erst das Vertrauen in Verfahren gesetzt hat, die die Schulter nicht so unterstützen, wie es sein sollte.

Wenn man jetzt endlich den Wendepunkt im Schmerzbild erreicht hat und mittels natürlicher Maßnahmen der Schmerz sich verringert, dann heißt es die Tendenz zu halten und weiter zu unterstützen, bis der Schmerz sich ganz aufgelöst hat. Solange es eine positive Tendenz gibt, ist man auf dem richtigen Weg. Gibt es eine Plateauphase oder eine Verschlimmerung, solltest Du einen erfahrenen, mit einer natürlichen ganzheitlichen Therapie bewanderten Therapeuten aufsuchen, um den Schulterschmerz weiter zum Abklingen zu bringen.

Damit Du ein Gefühl dafür bekommst, gehen wir jetzt verschiedene schulmedizinische Diagnosen durch, damit Du erkennst, welchen Einfluss Faszien, Muskeln und Entzündungen auf die Schmerzen haben, obwohl die schulmedizinische Herangehensweise eine ganz andere ist. Sicherlich hast auch Du eine schulmedizinische Diagnose bekommen und hast so erste Hinweise auf die wirklichen Ursachen Deiner Schulterschmerzen und ihrer Behandlung erhalten.

Die ausgekugelte Schulter (Schulterluxation)

Bei diesem Notfall am Schultergelenk hat sich der Kopf von der Pfanne gelöst und das Gelenk hat seinen Formschluss aufgegeben. Auslöser sind meistens Unfälle, Überdehnungen und ein überbewegliches Bindegewebe. Das sind die traumatischen, schnellen Auslöser. Ich selbst als Therapeut habe schon Fälle erlebt, wodurch starke einseitige Muskelverkürzungen der Humerus-Gelenkkopf aus der Pfanne gezogen wurde. Beide Fälle lösen ein starkes Schmerzempfinden aus. Bei dem Vorgang kann es auch zu einem Geräusch kommen. Folgende Symptome können auftreten: Starkes Stechen, Übelkeit, Schmerzen, Schwellung und Blutergussbildung.

Gerade bei den schnellen traumatischen Luxationen sollte das Gelenk wieder schnell und sauber zurück arretiert, man sagt auch reponiert werden, damit Bänder, Muskeln und Kapseln nicht zu lange überdehnt werden. Dies würde dazu führen, dass nach einer Rück-Arretierung des Gelenks noch weniger Führung besteht und die nächste Luxation wäre vorprogrammiert. Zwei Fälle von Schulterluxationen hatte ich in meiner Praxis und bei beiden wurde der Oberarmkopf nach vorn unten herausgezogen.

Das ist die häufigste Luxationsrichtung und vollkommen logisch, wenn man sich anschaut, in welchem Arbeitswinkel die meisten Arbeiten ausgeführt werden: nach vorn unten. Egal ob am Schreibtisch, beim Aufwaschen oder auch Stricken, selbst Bücher werden meistens in dem Winkel gehalten. Das führt zu einer starken Spannung in diese Richtung und das ohnehin sehr bewegliche, mit wenig Führung versehene Gelenk kugelt schnell in diese Richtung aus.

Die erste Luxationspatientin war eine Kursteilnehmerin, die sehr anfällig für Schulterluxationen war. Durch eine starke Fehlbeanspruchung vor dem Training luxierte bei einer einfachen Bewegung die Schulter. Ich konnte durch meine Kenntnisse eine sofortige Reponierung herbeiführen und durch die anschließend gezeigten Übungen war es für lange Zeit, wenn nicht sogar für immer die letzte Luxation.

Die andere Patientin kam direkt mit einem Dauerschmerz und einer mehrmonatigen Luxation in die Praxis. Das Röntgenbild war grausam. Man fragt sich, wie ein Mensch das erträgt. Bei ihr hatte sich durch starke einseitige Fehlbelastung ein so starker Spannungszug aufgebaut, dass der Gelenkkopf aus der Pfanne gezogen wurde. Letztendlich konnte ich die entsprechenden Muskeln lösen und das Gelenk stellte sich langsam durch Übungen und Training wieder ein.

Kurz zusammengefasst, was Du bei Schulterluxation tun solltest:

Achtung – schnelle meistens traumatisch unfallbedingte Schulterluxation!

  1. Schnelle Rück-Arretierung

  2. Spezielle Trauma-Lösung

  3. Gezielte Dehnkräftigung

Achtung – langsame, schleichende und sehr schmerzhafte Schulterluxation!

  1. Entspannung der auslösenden Muskulatur

  2. Schulterstoffwechsel einstellen

  3. Sanfte Funktionsdehnung

  4. Gezielte Dehn-Kräftigung

In sehr seltenen Fällen kann eine operative Lösung notwendig sein.

Schultereckgelenk-Sprengung (AC-Gelenksprengung)

Bei dieser Verletzung des Schultergelenks kommt es durch ein plötzliches Einwirken, meistens sind es Fahrrad und Skiunfälle, zu einer Lösung des Schlüsselbein-Schulterblatthöhe-Gelenks. Es wird normalerweise mit Bändern fixiert und sollte bei weitem Auseinanderklaffen operativ rückfixiert werden, bis die Struktur wieder verwachsen ist. 

Bei leichten Verschiebungen reicht auch ein spezieller Gipsverband namens Gilchrist. Symptome sind Treppenbildung zwischen Schulterblatthöhe und Schlüsselbein, stechende Schmerzen, kein Kraftaufbau, Schmerzverstärkung bei Innenrotation und Dauerschmerz.

Meistens stellen sich dann durch die längere Schonung weitere Schulterprobleme ein. Diese sollten mit entsprechendem Bewegungstraining gelöst werden.

Rotatoren-Manschettensyndrom
Schmerzen am Oberarmgelenkkopf

Bei diesem Schmerzsyndrom liegt folgende Symptomatik vor:

  • Starke Schulterschmerzen
  • Bewegungseinschränkungen
  • Schmerzen bei Rotationsbewegungen des Arms
  • Schmerzausstrahlung in den Arm
  • Nächtliche Druckschmerzen
  • Schmerzen bei Bewegungen wie seitliches Anheben

Man geht davon aus, dass die Muskeln, Sehnen und Schleimbeutel in irgendeiner Weise verletzt sind. Als Ursache werden zu starke Fehlbelastungen und Alterserscheinungen genannt. Es können in der Folge noch weitere Schmerzbilder wie Schultersteife, Arthrose und ähnliches auftreten.

Bei der Rotatorenmanschette handelt es sich um vier Muskeln, die alle die Funktion besitzen, den Schulterarmkopf im Gelenk zu halten und zu führen. Würde diese Haltefunktion nicht bestehen, so würde die Schulter viel schneller auskugeln. Gleichzeitig können diese Muskeln Rotationen, das seitliche Heben und das Heranführen des Arms im Zusammenspiel mit anderen Muskeln durchführen. Dabei bilden Schleimbeutel, Sehnenansätze und die optimale Schulterhaltung eine wichtige Gesamtfunktionalität. 

Ist der Schleimbeutel gereizt, der Sehnenansatz verdickt, der Muskel gezerrt und die Schulter in einer Dauer-Fehlhaltung, kommt es zu den Schmerzen im Oberarmkopf, die dann als Rotatorenmanschetten-Syndrom beschrieben werden. Dabei steht Syndrom für eine unspezifische Arbeitsdiagnose, die die mögliche Ursache weitestgehend beschreibt.

Welche Muskeln bilden die Rotatorenmanchette?

Er gehört zu den wenigen Muskeln, die man nicht tasten kann, da er sich direkt zwischen Schulterblatt und Brustkorb befindet.

Er ist an beiden Seiten sowohl mit dem Schulterblatt als auch der Brustkorbrückseite fest verwachsen und sorgt zusammen mit dem Bindegewebe für den nötigen Halt und die nötige Beweglichkeit des Schulterblatts.

Bei dauerhaften Innenrotationen, Fehlhaltungen und plötzlichen traumatischen Geschehen kann er stark verkürzen und eine Schutzspannung aufbauen.

Die Sehne ist mit dem vorderen Teil des Oberarmkopfs verwachsen und bildet zusammen mit den anderen Anteilen der Rotatorenmanschette eine kapselartige Struktur.

Er setzt flächig über der Schulterblattgräte an und zieht durch die Enge zwischen Schulterdach und Oberarmkopf.

Der Sehnenansatz zieht über die Oberseite des Kopfes und ist dann an der äußeren Seite verwachsen.

So kann er das seitliche Heben, auch Abduktion genannt, zusammen mit anderen Muskeln durchführen.

Dieser Muskel setzt flächig unterhalb der Knochenkante (Schulterblattgräte) des Schulterblatts an.

Von dem dreieckförmigen Ursprung geht der Muskel in eine Sehne über, deren Sehnenansatz von hinten dorsal über den Oberarmkopf zieht.

Er unterstützt die Außenrotation des Schultergelenks.

Er zieht vom unteren äußeren Schulterblattbereich zur rückwärtigen Seite des Oberarmkopfs.

Auch dieser Muskel hat verschiedenste Funktionen.

So unterstützt er das Heranführen des Arms, das nach hinten Führen des Arms und die Außenrotation des Oberarms.

Dieser kurze Einblick in die Rotatorenmanschetten soll Dir verdeutlichen, wie stark eine gute Funktion für ein schmerzfreies Funktionieren des Gelenks notwendig ist. 

Machst Du zum Beispiel den ganzen Tag keine Außenrotation, so verkürzt sich der Unterschulterblattmuskel und meistens wird durch Fehlhaltung begünstigt der Untergrätenmuskel überdehnt und gereizt. 

Deshalb ist es wichtig ein umfassendes, komplettes, systematisches Training der Schultermuskulatur durchzuführen so. Dabei spielt der Ausgleich zum verkürzenden, einseitigen Schulter-Alltag eine wichtige Rolle. 

Hierfür empfehle ich eine bestimmte Art von Übungen, die das Gelenk maximal beweglich, aber auch maximal kraftvoll erhalten.

Test und Diagnosesicherung

Durch leichtes und gegebenenfalls tiefes Abtasten können weitere schmerzauslösende Strukturen bestimmt werden.
Mittels Foto oder Winkelangabe werden die eingeschränkten und schmerzhaften Bewegungswinkel festgehalten, um den Therapiefortschritt zu dokumentieren.
Probleme bei den oben aufgezeigten Bewegungen wie seitwärts Heben, innen Rotieren und außen Rotieren sind ebenso zielführend.
InkedAnatomie Schulter hinten
Durch genaue Schmerzbeschreibung wird die Diagnose eingegrenzt.
Bei unverändertem, nicht nachvollziehbarem Schmerzbild sollten mittels Röntgen, MRT oder Ultraschall weitere Schädigungen, z. B. Oberarmkopfbruch, ausgeschlossen werden.

Behandlung

Hierbei gibt es ja grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Einmal schulmedizinisch und einmal naturheilkundlich funktionell, wobei sich auch beide Herangehensweisen gegenseitig ergänzen können. An dieser Stelle werde ich nur kurz die schulmedizinischen Möglichkeiten beschreiben. Später gehe ich dann auf die naturheilkundlich funktionellen Verfahren ein.

1. Schmerzverringerung mit
Schmerzmitteln

Dabei werden Tabletten wie Diclofenac, Voltaren oder Ibuprofen empfohlen. Sie wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Sie sind für den kurzfristigen, akuten Einsatz bei stärksten Schmerzen geeignet.

Man sollte immer die Nebenwirkungen im Blick haben und weder präventiv noch mit dem Motto „viel hilft viel“ bei Schmerzmitteln agieren.

2. Schmerzmittelsalben

Es gibt zum Beispiel Diclofenac und Voltaren auch als Salbe. Sie werden an die entsprechenden Stellen eingebracht.  Hierbei handelt es sich auch um Schmerzmittel, die in den Blutkreislauf gelangen.

Besser ist natürlich, dass durch das direkte Auftragen Magen und Darm nicht so in Mitleidenschaft gezogen werden. Viele reiben zu kurz und zu wenig intensiv die entsprechende Stelle ein und wundern sich, wenn kein Resultat zu spüren ist.

3. Cortisoninjektion

Bei sehr schmerzhaften Beschwerdebildern kann der Arzt bei entsprechender Ausbildung auch Cortisonspritzen (z. B. Volon®) in das Gelenk geben. Hierbei sollte man genau den Nutzen, die Gefahr bei der Spritzung und die Nebenwirkungen abwägen.

4. Physikalische Therapie

Hier setzt man Wärme, Ultraschall, Reizstrom oder Tens ein, um die Schulterschmerzen zu mindern. Diese Verfahren haben relativ geringe Nebenwirkungen. Leider bleibt häufig die gewünschte Wirkung aber aus.

5. Passive und aktive Krankengymnastik

Passiv bedeutet, der Arm des Patienten wird langsam vom Therapeuten geführt, um die Schulterbeweglichkeit zu verbessern.  Aktiv bedeutet, der Patient führt selbst die Bewegung aus. Natürlich hat Bewegung einen großen Vorteil gegenüber anderen Verfahren, da es die Strukturen wirklich neu trainiert. 

Es sollten aber eine Überreizung, zu viel Spannungserhöhung und zu schnelle Bewegungen vermieden werden, da sie in einem akuten Schmerzprozess kontraproduktiv sind.

6. Operation an der Rotatorenmanschette

Meine Erfahrung besagt, dass Operationen vermieden werden sollten, da dadurch meistens die komplexe Arbeit von Muskeln, Sehnen, Schleimbeuteln, Bändern und Faszien langfristig gestört wird. 

Besser ist eine entsprechende natürliche Therapie, die langsam aber sicher die Schmerzursachen beseitigt. Hat man aufgrund eindeutiger Diagnose mittels MRT keine andere Wahl, sollte man immer mehrere Spezialisten befragen. Dabei sollte man auch spezialisierte Heilpraktiker, Sportmediziner und Physiotherapeuten einbeziehen.

Wenn Du bis hierhin alles durchgelesen hast und ich hoffe auch nachvollziehen konntest, dann möchte ich Dir jetzt einen Weg vorschlagen, wie Du unabhängig von Zeit und Ort auch mit mir zusammen Deine Schmerzen beseitigen kannst. 

Hierzu musst Du nur Deine Daten hinterlassen und mein Support-Team meldet sich, um alles Weitere kurz abzuklären. 

Natürlich kannst Du auch direkt anrufen! Starte jetzt durch!

Frozen Shoulder

Wenn man den Begriff Frozen Shoulder übersetzt kommt man auf eingefrorene Schulter und genau dieses Gefühl der Steife und Unbeweglichkeit ist das Hauptsymptom dieses Schulter-Krankheitsbildes. Dabei werden einfachste Verrichtungen im Alltag wie Haare kämmen, Jacke und Schuhe anziehen zur Qual. In der Schulmedizin geht man von einer Entzündung der Kapsel, die sich dadurch stark zusammenzieht, aus. Der ganze Prozess führt zu einer manifesten schmerzhaften Schulterunbeweglichkeit.

Je nach Stadium und Ursache würde ich als Therapeut zwischen zwei Arten der Frozen Shoulder unterscheiden.

Frozen Shoulder I

Dieses Krankheitsbild bezieht sich auf die schulmedizinische Definition und der Verlauf ist schon relativ fortgeschritten.

Woran liegt das? 

Ein entzündlicher Prozess kann gerade im Schulter-Gelenkkapselbereich verschiedenste Auslöser haben. 

Meistens ist es eine Mischung aus mehreren Faktoren wie Übersäuerung, Einlagerung von Giftstoffen, zum Beispiel von toten Zähnen, dauerhafte Unbeweglichkeit im Alltag, zum Beispiel langes angespanntes Fahrrad fahren. 

Ein Mangel an Flüssigkeit und Mineralien erhöht die Wahrscheinlichkeit der chronifizierenden schmerzhaften Frozen Shoulder.

Frozen Shoulder II

Diese Variante ist noch mit einfachen Maßnahmen wie Dehnungsübungen und Mineralstoffgaben in Kombination mit manueller Therapie und speziellen Druckpunktverfahren positiv beeinflussbar.
Insgesamt ist eine vorangeschrittene Frozen Shoulder nicht einfach zu therapieren.

Der erfahrene Therapeut muss den richtigen Mix aus Belastung, Stoffwechselmaßnahmen, unterstützenden naturheilkundlichen Mitteln und manueller Therapie finden.

In seltenen Fällen wird von schulmedizinischer Seite mit Operationen und Cortisonspritzen gearbeitet.

Da der Behandlungsansatz von Therapeut zu Therapeut unterschiedlich ist, kann ich nur grob und allgemein eine sinnvolle Herangehensweise aus meiner Sicht beschreiben. 

Frozen Shoulder – der Behandlungsweg

  1. Festlegung der Bewegungsparameter und Stadium der Erkrankung.

  2. Passive Verfahren wie spezielle Ausleitungen, Energetisierung oder der Einsatz von Feldern kommen zum Einsatz, um den Stoffwechselaustausch zu erhöhen.

  3. Die aktive Versorgung mit Flüssigkeit und Mineralien.

  4. Der Einsatz von sanften manuellen Techniken.

  5. Die angepasste, spezielle Dehnung.

  6. Der Einsatz von entzündungshemmenden natürlichen Salben.

  7. Die Erstellung eines Selbsthilfeprogramms für zu Hause.

Mit diesem Mix aus sinnvollen Anwendungen kann man aus meiner Sicht die Behandlung schon beschleunigen. Wichtig ist das sanfte und zielgerichtete Vorgehen. Auch sollten reizauslösende Bewegungsmuster in der Therapiezeit vermieden werden, um eine optimale Ausheilung zu ermöglichen.

Kalkschulter

Wie der Name schon aufzeigt, geht es um schmerzhafte Kalkeinlagerungen in den schulterumgebenden Strukturen. Diese Kalkeinlagerungen können von wenigen Millimetern bis zu ein bis zwei Zentimetern groß sein und befinden sich meistens an den Sehnenansätzen, in den Muskeln und den faszialen Zwischenbereichen.

Sie werden durch MRT oder Ultraschall sichtbar gemacht und diagnostiziert. Kalkablagerungen müssen nicht in jedem Fall zu starken Schulterschmerzen führen, deshalb sollten auch andere Ursachen wie muskuläre Verspannungen abgeklärt werden.

Wie kommt es aber zu den Kalkeinlagerungen?

Diese Frage ist schulmedizinisch noch wenig abgeklärt und dementsprechend wird auch selten ursächlich behandelt. Aus meiner therapeutischen Sicht gibt es folgende Arbeitsthese, die aber auch in der praktischen Arbeit gut funktioniert:

Es liegt eine Dysbalance zwischen kalkabbauenden Prozessen und kalkeinbauenden Prozessen vor. Wobei die kalkeinbauenden Prozesse eindeutig die Oberhand gewonnen haben. Beispielgebend sei an dieser Stelle ein Flüssigkeitsmangel und ein Mangel an Vitamin K genannt.

Dieses Vitamin sorgt dafür, dass Calcium im Knochen eingebaut wird und sich nicht im Gewebe ansammelt. Letztendlich stören die Kalkablagerungen die normalen Bewegungen und führen zu Reizungen in den Grenzgebieten zum übrigen Gewebe. Diese Reibung ist natürlich sehr schmerzhaft.

Meistens sind beide Schultergelenke betroffen und auch andere Gelenke können betroffen sein, da es sich zum größten Teil um ein Stoffwechselproblem handelt. Erst wenn die Einlagerungen größer werden und die tägliche Alltagsunbeweglichkeit sich zu sehr aufsummiert hat, sodass die natürliche Toleranzschwelle überschritten ist, kommt es zu den typischen Gelenkproblemen der Kalkschulter.

Wichtige Grundsätze bei der Behandlung der Kalkschulter:

  1. Nie die Ablagerung als Ursache sehen, sondern das Stoffwechselgeschehen, welches dahintersteht.

  2. Sobald das Problem erkannt wurde, starte ein ganzheitliches Programm zur Lösung, um die schmerzhaften Prozesse wie Entzündung, Reibung, Verfestigung, Lysierung, Verdickung der Sehnenansätze und Vernarbung weitestgehend zu umgehen.

  3. Insgesamt auf eine basischere Lebensweise mit viel Kalium und Magnesium umstellen.

  4. Durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Wärme unterstützen die Heilung.

  5. Entsäuerungsmaßnahmen mit durchführen.

  6. Sanfte Bewegungen mit leicht dehnendem Charakter zur Erhöhung des Stoffwechsels einsetzen.

  7. In akuten entzündlichen Phasen kann auch Kälte helfen.

  8. Die VITARTIC -Pressurmassage unterstützt auf dem Weg zur schnellen Mobilisierung und Schmerzfreiheit.

Impingement-Syndrom – Schulterschmerzen beim Heben des Arms

Egal ob Rotatorenmanschetten-Syndrom oder Kalkschulter, bei allen Diagnosen wird immer wieder eine Beteiligung des Impingement-Syndroms in Betracht gezogen. Das Impingementsyndrom ist relativ einfach diagnostisch einzugrenzen.

Hebt man den Arm zur Seite und kommt es zu Schmerzen ab ca. siebzig Grad, so kann man von einem Impingementsyndrom ausgehen. Impingement heißt übersetzt aus dem Englischen nichts Anderes als „anschlagen“. Der Oberarmkopf schlägt also an der Schulterhöhe an. Das sollte normalerweise beim seitlichen Heben kein Problem sein.

Hier trifft es die deutsche Bezeichnung besser. Man nennt den Zustand auch „Engpass-Syndrom“. Wie Du auf dem Bild siehst, gibt es zwischen Schulterdach und Oberarmkopf einen engen Durchgang. Durch diesen laufen Sehnenansätze und Schleimbeutel. Verdicken sich Schleimbeutel und Sehnenansätze, wird diese Engstelle einfach zu eng.

Es kommt zu einer rein mechanischen Engstelle, sodass Sehnen und Schleimbeutel gequetscht und gereizt werden und so bei der entsprechenden Beanspruchung Schmerzen entstehen.

Hier trifft es die deutsche Bezeichnung besser. Man nennt den Zustand auch „Engpass-Syndrom“. 

Wie Du auf dem Bild siehst, gibt es zwischen Schulterdach und Oberarmkopf einen engen Durchgang. Durch diesen laufen Sehnenansätze und Schleimbeutel. 

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Verdicken sich Schleimbeutel und Sehnenansätze, wird diese Engstelle einfach zu eng. Es kommt zu einer rein mechanischen Engstelle, sodass Sehnen und Schleimbeutel gequetscht und gereizt werden und so bei der entsprechenden Beanspruchung Schmerzen entstehen.

Bei welchen Berufs- und Sportgruppen tritt vermehrt das Impingement-Syndrom auf:

  • Elektroarbeiter, Maler, Flugzeugmechaniker – über Kopf arbeiten
  • Hand- und Volleyballer, Schwimmer, Speerwerfer, Gewichtheber – über Kopf Sportarten

Abgesehen von den Schulterschmerzen beim seitlichen Heben können noch folgende Symptome auftreten:

  • Schmerzen bei Überkopf-Arbeiten
  • Schmerzen bei anderen Bewegungen
  • Nachtschmerz
  • Druckschmerz

Letztendlich kann das Engpass-Syndrom zu einer Überreizung der ganzen Schulter führen und wer jetzt genau zwischen den Zeilen gelesen hat, kennt auch schon den Auslösungsmechanismus.

Aber was sagt die Schulmedizin?

Da werden Verschleißerscheinungen, Schultersehnenverletzungen und Schleimbeutelentzündungen als Ursache angeführt.

Richtig und doch falsch, weil das auch nur Symptome der eigentlichen Ursache sind. Die Frage lautet, woher kommen die Schleimbeutelentzündung, die Schultersehnenverletzungen und Verschleißerscheinungen.

Wenn ich diese natürlich operativ behandeln möchte, frage ich leider nicht einfach woher diese Erscheinungen kommen, sondern operiere symptomatisch weiter hinter der Ursache her.

Die normale Therapie des Schulter-Impingement:

  • Ruhigstellung
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen, Voltaren usw.
  • Cortisonspritzen
  • Kräftigende Krankengymnastik
  • Kälte- und Wärmetherapie
  • Stoßwellentherapie

Vorsicht bei diesen Therapieverfahren, sie beseitigen nicht die Ursache, sondern sind zudem noch mit Nebenwirkungen behaftet. 

Maximal können nur kurzfristige Ergebnisse erreicht werden, durch die Unterdrückung der Schmerzen. 

Aber der krankhafte Prozess läuft im Hintergrund weiter, so dass man später nur noch schont oder symptomatisch operiert.

Jetzt erkläre ich Dir die eigentliche Ursache des Impingement-Syndroms. Ein erster Hinweis sind die Überkopfarbeiten als Auslöser des Syndroms. 

Welcher Muskel wird dabei besonders gefordert und verkürzt?

Der Musculus supraspinatus, auch Obergrätenmuskel genannt, zieht mit seinem Muskelbauch und Sehnenansatz durch den Engpass zwischen Schulterdach und Oberarmkopf. Der Sehnenansatz zieht über die Oberseite des Kopfes und ist dann an der äußeren Seite verwachsen. So kann er das seitliche Heben, auch Abduktion genannt, zusammen mit anderen Muskeln durchführen. 

Jeder kennt es, wenn er einen Bodybuilder sieht, die Muskeln sind durch die einseitige maximale Anstrengung verdickt. Das sind auch die Sehnenansätze, um die starken Muskeln an der Knochenhaut fixieren zu können. Ist der Bodybuilder übersäuert, die Sehne dauerhaft überreizt und ermüdet, von Steroiden geschwächt, kommt es schnell zum Bizepsabriss, aber das ist ein sehr fortgeschrittener Verlauf, der auf unser Beispiel nur zutreffen würde, wenn sehr oft der Schmerz als Warnsignal einfach ignoriert wird und trotzdem dank Schmerztabletten & Co einfach weitergemacht wird, egal ob im Beruf oder in der Freizeit. 

Erstmal verdickt sich wie beim Bodybuilder durch Überkopfarbeiten der Supraspinatusmuskel samt Sehne und dadurch wird der Engpass unphysiologisch bzw. unnatürlich eng und der schmerzhafte Verschleiß der Sehne und die schmerzhafte Schleimbeutelentzündung hat damit ihren Auslöser.

Du solltest diesen Muskel richtig trainieren und wie bei allen anderen Schmerzbildern gibt es genau dafür spezielle Übungen, die in den allermeisten Fällen nicht im normalen Repertoire zu finden sind.
Wenn Du keine Lust hast auf Schmerzmittel, Cortisonspritzen und ewige Physiotherapie, so komme in das Programm „Deine Schulterrettung!“. Hier erkläre ich Dir genau, teilweise im Direktkontakt, was Du tun kannst, um diesen Schmerzen trotz Deines Hobbys oder Deiner Arbeit zu entgehen.

Arthrose im Schultergelenk (Omarthrose)

Diese häufig sehr leichtfertig gestellte Diagnose ist wenig motivierend für die meisten Patienten. Viele gehen davon aus, dass sie nichts machen können, um die damit scheinbar verbundenen Schmerzen loszuwerden.

Schauen wir uns zuerst die schulmedizinische Sicht an, damit Du verstehst, dass es doch noch einen Weg mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt, die Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Bei der Schulterarthrose stellt man mittels MRT und Röntgen einen Verschleiß in der Knorpelfläche des Schultergelenks fest. Man spricht von Knorpeldefekten, die die Gleitfähigkeit im Gelenk herabsetzen und so zu Schmerzen führen.

Die Arthrose kann sich im Oberarmkopf zeigen und auch in der Pfanne, die vom Schulterblatt gebildet wird. Im Röntgenbild sieht der Orthopäde oder Chirurg, dass der Oberarmkopf höher im Gelenk, knapp unter dem Schulterdach, sitzt und die Knorpelflächen abgearbeitet sind, was zu einem geringen bis gar nicht mehr vorhandenen Gelenkspalt führt.
Was sind die Symptome von Schulterarthrose?

Als Leitsymptome gelten beginnende Steifheit im Schultergelenk und Startschmerzen bei den ersten Bewegungen am Morgen. Dann wird über den Tag eine Besserung hergestellt. Sollte es morgens sehr schmerzhaft sein, wird in vielen Fällen mit einer Schmerztablette eine symptomatische Schmerzlinderung herbeigeführt. 

Dieser Kreislauf wird langsam immer stärker und die Schmerzen chronifizieren sich. Meistens wird mit Fortschreiten der Schmerzen eine höhere Dosis an Schmerzmitteln notwendig.

Schulterarthrose ist eine relativ selten gestellte Diagnose, wenn man sieht, wie häufig in der Hüfte, im Knie oder an der Wirbelsäule Arthrosen festgestellt werden.

In den letzten Jahren kommt es auch hier immer mehr zu einem Ersatzteileinbau. Circa 10.000 Stück werden in Deutschland jährlich eingebaut. Immerhin eine kleine Stadt, die jedes Jahr ihr natürliches Schultergelenk von Schmerzen und Versteifung geplagt aufgibt, um sich ein Kunstgelenk einsetzen zu lassen.

Noch schlimmer sieht es bei den großen Gelenken, der Hüfte und beim Knie aus. Hier werden jährlich circa 400.000 künstliche Gelenke eingesetzt. Abgesehen von dem riesigen wirtschaftlichen Aufwand, sehe ich vor allem das Leid der Betroffenen und die Minderung der Lebensqualität hinter diesem Prozess. 

Gibt es einen Weg seine Gelenke trotzdem schmerzfrei zu erhalten und den Arthroseprozess zu stoppen bzw. zum Teil zurückzuführen?

Die Arthrose wird meistens mit einem höheren Alter in Verbindung gebracht. Bevorzugt trifft es Männer ab 65 Jahre. Dabei wird die Schulterarthrose häufig als Folgeerscheinung des Alters, einer Fraktur des Oberarmkopfes, einer Verletzung der Rotatorenmanschette und als Folge eines Unfalls wahrgenommen.

Da der Prozess mit leichten wiederkehrenden Schmerzen beginnt und sich langsam steigert, sollten Betroffene schnellstmöglich mit alternativen Behandlungen beginnen.

Was sind erste Warnsignale bei Schulterarthrose?

  • Schmerzen beim Herausnehmen einer Tasse aus einem Hängeschrank
  • Schmerzen bei Bewegungen hinterm Rücken
  • Schmerzen beim Haare kämmen
  • Wurfbewegung im Sport, zum Beispiel Aufschlag beim Volleyball

Die normale Schulmedizin geht nicht davon aus, dass der Knorpel regenerierbar ist und dass die Schmerzen vollständig zurückgehen können. Sie versucht aber trotzdem, mit verschiedensten Anwendungen wie Reizstrom, Wärme und Krankengymnastik den Arthroseprozess aufzuhalten. Dabei ist es wichtig, den entzündlichen Arthroseprozess zu stoppen, damit die fulminante Gelenkzerstörung aufgehalten wird.

Sonderfall: 

Wenn sich durch Unfälle und plötzliche Bewegungen, auch kombiniert mit einer Vorschädigung, Knorpelteile lösen und diese dann im Gelenkraum das Gleiten der Gelenkflächen durch erhöhte Reibung stören, kommt es zu einem Entzündungsprozess. Im Rahmen dieses Prozesses werden die Knorpelgelenkteilchen je nach Größe, Durchsaftung und Stoffwechselmilieu über einen gewissen Zeitraum abgebaut.

Befinden sich diese ganzen Faktoren in einem Negativbereich, zum Beispiel ist der pH-Wert im Gelenk unter 7,2, wird die Entzündung nicht basisch abgepuffert, kann durch die entstehende Säurebelastung das Gelenk noch mehr gereizt werden, was wieder zu neuen Entzündungen mit Säurebildung führt. Die Säurebelastung führt zu Knorpeldefekten und Verschleiß.

Diese hochbelastbare und flexible Gewebestruktur der Knorpel hat zwei Anfälligkeiten: Er verträgt keinen Dauerdruck und keine Säure.

Wie funktioniert die Schmerzwahrnehmung bei der Schulterarthrose?

Hierbei gibt es zwei Herangehensweisen, die sich zum Glück immer mehr annähern. Zum einen die schulmedizinische Herangehensweise, die sich sehr an Röntgenaufnahmen und MRT-Bildern orientiert. Zum anderen eine ganzheitlich funktionelle Betrachtungsweise, die sich vor allem an den Zustand der Muskeln und Faszien als Schmerzauslöser orientiert.

Die schulmedizinische Sicht auf die Schmerzwahrnehmung

Bei Schulterarthrose wird ja der abgenutzte Knorpel als Hauptursache für die Schmerzen angesehen. Immer mehr wird aber den Schulmedizinern bewusst, dass Knorpel nicht schmerzen kann, da er ein rezeptorfreies und nervenfreies Gewebe darstellt. 

Man geht von zystischen Veränderungen, Entzündungen an der Gelenkkapsel und einer Reizung des Knochens aus, um die Schmerzen zu erklären. Als Beweis dient das entsprechende Bild des Gelenks.

Die funktionelle VITARTIC -Sichtweise auf die Schmerzwahrnehmung bei Schulterarthrose

Viele Nerven, Rezeptoren und Reizweiterleitungen befinden sich in den Muskel-, Sehnen-, Faszien- und Knochenhautstrukuren. Dort findet ganz unabhängig vom Knorpelschaden die Schmerzwahrnehmung statt. Das bedeutet, Verspannungen und Dysbalancen in der Muskulatur, Verklebungen und Verschlackung im Bindegewebe und Entzündungen von Schleimbeuteln und Sehnen-Knochenhautübergängen sind die wirklichen Schmerzursachen. 

Behandelt man diese Ursachen systematisch und durchdacht, wird man trotz einer schulmedizinisch festgestellten Schulterarthrose die Schmerzen stark verringern können. durch eine langfristige, durchdachte und natürliche Unterstützung des Gelenks kann es eine vollkommene Herstellung der Beweglichkeit und der Schmerzfreiheit im Schultergelenk geben. Dies ist eine reale Erfahrung bei Patienten mit der Diagnose Schulterarthrose.

Der optimale Sitz des Oberarmkopfes im Gelenk

Immer wieder bekomme ich Patientenanfragen, bei denen mir Röntgenbilder gezeigt werden, die eine unnatürliche Gelenkkopfposition in der Schulter zeigen.

Einmal ist der Gelenkkopf zu stark nach oben gegen das Schulterdach gewandert oder der Gelenkkopf hat nach unten die passgenaue Form des Schultergelenks verlassen. 

Eine dritte Variante ist das Verschieben des Gelenkkopfs nach vorn, sodass er nicht mehr optimal in der Schultergelenkpfanne sitzt. 

Bei allen drei Möglichkeiten leidet der Knorpel und es kann sich eine manifeste Arthrose entwickeln. Bei zu starkem Dauerdruck auf dem Knorpel wird der Knorpel mangelernährt, da erst mit der Entspannung frische Nährstoffe aufgesaugt werden und ohne Druck wiederum kein Abtransport (Abpressen) von verbrauchten Stoffen geschieht. 

Sobald die Passform verlassen wird, werden Teile des Gelenks überbelastet und andere zu stark entlastet. Diese einseitigen verschobenen Druckverhältnisse führen zu entsprechender Abnutzung und damit zur Arthrose.

So weit so gut, aber was kann ich jetzt tun als Therapeut und wie kann der Patient sich selbst helfen?

Hierzu sollte man sich noch bewusstmachen, dass das Schultergelenk kein stabiles Kugelgelenk ist, bei dem Kopf und Pfanne fest miteinander verbunden sind. Weder durch die Passform, da die Pfanne zu flach und klein ausgeprägt, mit einem größeren Gelenkkopf versehen ist, noch durch die schlaffe Gelenkkapsel und den beweglichen Bandapparat. Beides ist genial konstruiert, um eine maximale Beweglichkeit mit einer maximalen Kraftentfaltung zu verknüpfen.

Diese Röntgenbilder, bei denen die Verschiebung des Gelenkkopfes festgestellt wird, sind nur eine Momentaufnahme. Sie entsteht durch eine fehlende Balance in der Muskulatur, die durch Verklebungen in den Faszien noch manifestiert wird. Stelle ich die Balance wieder her, löse ich die richtigen Spannungszüge in der Muskulatur, kann der Gelenkkopf wieder in seine natürliche Position zurückgleiten und die Arthrose und der Schmerz wird gestoppt.

Als Therapeut werde ich diesen Prozess mit manuellen, physikalischen und stoffwechselorientierten Maßnahmen unterstützen. Dies kann schon in ein bis zwei Sitzungen zum Erfolg führen.Der Patient bekommt zielgerichtete Übungen und Hausaufgaben, um trotz der Fehlbelastungen im Alltag schmerzfrei zu werden bzw. zu bleiben.

Schulterverschleiß aus schulmedizinischer Sicht

Primäre Schulterarthrose

Diese Form der Schulterarthrose beschreibt einen Verschleißprozess, der mit zunehmendem Alter immer mehr das Gelenk zerstört. Man geht davon aus, dass es eine familiäre Häufung bei Gelenkerkrankungen geben kann. 

Auch langjährige Belastungen sollen eine Rolle spielen. Letztendlich umschreibt die Diagnose „primäre Schulterarthrose“ einen Prozess, der keine konkrete Ursache aus schulmedizinischer Sicht hat.

Sekundäre Schulterarthrose

Hier hat man eine gesicherte Ursache für die Arthrose festgestellt.
Mögliche Ursachen sind:

1. Verletzungen an der Rotatorenmanschette

Diese passieren meistens durch plötzliche Einwirkungen, können aber auch eine langjährige Fehlbelastung als Ursache haben.

2. Durch Operationen am Schultergelenk

Operationen können beim Gelenk durch Narbenbildung, Bandverletzungen und Behandlungsfehler eine Arthrose auslösen.

3. Unfälle, Verletzungen und Schultertrauma

Plötzliche Geschehnisse können zu Muskel-Sehnenzerrungen und Abrissen und Brüchen führen, die das Gelenk nachhaltig schädigen und in einer Arthrose münden.

4. Entzündungen durch Bakterien

Durch Operationen, Bakterien im Körper kann das Gelenk sich entzünden und in Folge eine Arthrose ausprägen.

5. Häufige Schulterluxationen

Durch das sich immer wiederholende Ein- und Ausrenken wird die Gelenkumrandung (Lippe genannt) und die Knorpelschicht geschädigt, sodass eine Arthrose sich einstellt.

6. Durchblutungsstörungen

Kommt es aus verschiedenen Gründen zu einer Minderdurchblutung im Schulterbereich, kann das einen nekrotischen (abbauenden) Prozess im Knorpel und Knochen der Schulter in Gang setzen.

Die ganzheitliche Diagnose bei Schulterarthrose

Um wirklich die Schmerzen in den Griff zu bekommen, sollten von dem therapierenden Betreuer folgende Fragen gestellt werden, damit anschließend gezielt die Schmerzursache behandelt werden kann, um die Arthrose zu stoppen, die Gelenkgeometrie wieder herzustellen und die Schmerzen aufzulösen.

  • Handelt es sich bei den Schulterbeschwerden um einen langjährigen Prozess?

  • Wann traten die Schmerzen auf?

  • Wo genau sitzt der Schmerz?

  • Welche Schmerzqualität hat der Schmerz? (stechend, brennend, drückend, ziehend …)  

  • Wann fühlt sich das Gelenk am Unbeweglichsten an?  

  • Welche Bewegungen sind genau eingeschränkt? (seitwärts, vorwärts, zurück …)  

  • Welche Arbeiten im Alltag werden am meisten eingeschränkt?  

  • Ist das Gelenk erwärmt?
     
  • Gibt es sonst noch Gelenkschmerzen im Körper?  

  • Welchen Schwankungen unterliegt der Schmerz?  

  • Werden Medikamente, insbesondere Schmerzmittel eingenommen?

  • Wurde Cortison gespritzt?  

  • Gibt es Krämpfe im Körper?  

  • Wie ist die berufliche Belastung?  

  • Wie ist die gesundheitliche Gesamtsituation? (zum Beispiel Krankheiten, Operationen, Behandlungen und Gewicht)  

  • Welche Sportarten werden jetzt ausgeführt?  

  • Welche Sportarten wurden in der Jugend trainiert?

Der Therapieweg bei Schulterarthrose

Wurde diese ganzheitliche Schulterdiagnose durchgeführt, so kann der erfahrene Therapeut zielgerichtet die verspannten Muskelstränge, die verklebten Faszienstrukturen und die Entzündungsauslöser behandeln.

Folgende Behandlungsschritte sind notwendig:

  1. Sanftes Drücken der Entspannungs-Pressurpunkte

  2. Faszienmassage der verklebten Strukturen

  3. Durchblutungsförderung und Entsäuerung mittels physikalischer Therapie

  4. Beratung zum individuellen Schmerz-Stoffwechselprogramm

  5. Anleitung für die jeweils notwendigen speziellen Schmerzfrei-Übungen

  6. Hausaufgaben und Bewegungsempfehlung für die nächsten Tage

Werden diese sechs Schritte mit der entsprechenden Erfahrung und Qualität durchgeführt, so besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Arthrose getoppt und die Schmerzen beseitigt werden.

Du hast Schulterschmerzen und möchtest diese so schnell wie möglich in den Griff bekommen, dann melde dich jetzt zu einem kostenfreien Beratungstermin an.

Schulterschmerzen nachts

In der schulmedizinischen Herangehensweise werden die Schulterschmerzen mit verschiedenen Krankheitsbildern in Verbindung gebracht:

Impingiment-Syndrom
A-C Gelenksprengung
Arthrose im Schultergelenk
Rotatorenmanschetten-Syndrom
Kalkschulter
Schulterluxation (unerkannt)

Diese Krankheitsbilder wurden ausführlich in den vorangegangenen Texten besprochen. Deshalb ist es auch wichtig nach einem Sturz abzuklären, ob die Schulterschmerzen nachts zum Beispiel von einem Bruch oder einer größeren Verletzung kommen.

Sollte das der Fall sein gilt es erstmal das Problem in den Griff zu bekommen, um anschließend mit speziellem Aufbautraining diese Schmerzen zu beseitigen.

Haben sich die Schmerzen über längere Zeit aufgebaut und fangen an chronisch zu werden, sollten andere Lösungsmuster eingesetzt werden. Auch hier ist es wichtig, direkt nach den Schmerzursachen zu forschen.

Dazu möchte ich Dir mit der folgenden Übersicht ein paar wichtige Hinweise geben. So findest Du heraus, was als Ursache für Deine Schulterschmerzen in der Nacht infrage kommt.

Wenn Du tagsüber immer wieder dieselben Bewegungsmuster ausführst und dabei noch relativ schmerzfrei bist, kann es trotzdem sein, dass Du Schulterschmerzen in der Nacht bekommst.

Was passiert?

Bei jeder Bewegung trainierst Du einen bestimmten Muskel oder eine bestimmte Muskelgruppe.

Dies kann zum einen, zu einem schmerzhaften Dauermuskelkater führen, zum anderen wird bei jeder Bewegung der Muskel angespannt.

Diese Anspannungen, auch Kontraktionen genannt, summieren sich mit der Zeit immer mehr auf. Tagsüber werden sie über den Aktionismus und die Bewegung nicht als Schmerz wahrgenommen.

Nachts, wenn der Körper entspannen will, spürt er die starke Anspannung und meldet sie als Schmerz.

Aufgrund der oben besprochenen Verspannungen sind Muskelbäuche, Sehnenansätze und Knochenhaut der Schulter ständig überreizt.

Nachts liegt man je nach Schlafposition auf diesen Strukturen. Durch den Körperdruck werden diese Bereiche noch mehr gereizt und senden Schmerzen aus.

Es gilt also durch gezielte Entspannungsmaßnahmen diese Strukturen des Muskel-Sehnen-Verlaufs zu behandeln.

Durch Ernährungsweise, Übertraining und Stoffwechselengpässe kann es auch zu Säureeinlagerungen kommen.

Diese treffe ich häufig bei der praktischen Arbeit an der Oberarm-Außenseite an. Tagsüber ist die Durchblutung höher und die Säure-Toleranzschwelle wird noch nicht erreicht.

Nachts ohne die entsprechende Bewegung kann sich Säure vor allem in den Faszien aufkonzentrieren und zu Schmerzen führen.

Die vorher genannten Gründe können alle zu Entzündungen führen und diese wiederum nachts zu Schmerzen.

Als Sonderfall sei der Vollständigkeit halber auch das Thema Infektionen und Vergiftungen erwähnt.

Es sind schon mehrere therapieresistente Fälle in der Praxis gewesen, wo sich zum Beispiel ein toter vereiterter Zahn als Ursache herausstellt.

Genau wie es Wadenkrämpfe nachts gibt, kann es auch zu schmerzhaften Krämpfen in der Schultermuskulatur kommen.

Hier können natürlich die oben genannten Faktoren wie Übersäuerung, Übertraining und einseitige Bewegungsmuster eine große Rolle spielen.

Hinzu kommen dann noch fehlende Entspannung, Mineralstoffmangel und Dehydrierung, sodass sich eine schmerzende Krampfsituation in der Schulter nachts ergibt.

Sicherlich konntest Du jetzt schon einige Hinweise auf Deine Schulterschmerzen nachts sammeln.

Damit Du systematisch und schnell an Dein Schmerzfrei-Ziel kommst, schaue Dir jetzt mein Programm „Deine Schulter-Rettung.“ an!

Was Du selbst tun kannst

Wärme und Kälte

Treten die Beschwerden eines Rotatorenmanschettensyndroms akut auf oder verschlechtern sich plötzlich, hilft oft Kälte. 

Versuche es in diesem Fall zum Beispiel mit Kühlpackungen oder feuchtkühlen Umschlägen. 

Chronische Beschwerden reagieren dagegen besser auf Wärme. Lege Dir im Bett zum Beispiel ein Wärmekissen unter die Schulter, um die besonders quälenden, nächtlichen Schmerzen zu lindern.

Schulterschule

Denke im Alltag an schulterfreundliches Bewegen. Diese Tipps aus der Schulterschule der Stiftung Warentest helfen dabei:

  • Bewege Dich regelmäßig und nutze Deinen schmerzfreien Bewegungsspielraum so weit wie möglich und so oft wie möglich aus.

  • Vermeide langes, nach vorne Halten der Arme und das Aufstützen der Ellbogen.

  • Trage Lasten nah am Körper und verteile diese gleichmäßig auf beide Arme.

  • Halte Dich gerade! Ein gerader Rücken beugt einer Fehlhaltung der Schultern und einer Überlastung der Muskulatur vor.

  • Druck auf die Schulter vermeiden, d. h. liege beim Schlafen besser auf dem Rücken als auf der Seite.

  • Vermeide ausfahrende Bewegungen, Überkopfarbeiten und forciertes Abstützen mit den Armen.

  • Treibe einen schulterfreundlichen Sport, wie zum Beispiel Radfahren oder Laufen.

Schulterübungen

Regelmäßige Bewegungsübungen der Schulter tragen dazu bei, wiederkehrende Schübe des Rotatorenmanschettensyndroms hinauszuzögern oder zu verhindern. Beispiele für Schulterübungen sind:

  • Hände auseinanderziehen. Aufgerichtet sitzen. Hände vor dem Bauch ineinander verhaken, 7 Sekunden lang auseinanderziehen, 7 Mal wiederholen. Wiederholung der Übung mit verhakten Händen vor der Brust und vor der Stirn.

  • Faust auf Faust. Aufgerichtet sitzen. Linke Faust in Höhe des Bauchnabels nach vorn strecken, rechte Faust auf die linke legen und 7 Sekunden lang darauf drücken. Linke Faust auf die rechte legen, 7 Sekunden drücken, sich auf diese Weise hocharbeiten bis die Fäuste über dem Kopf sind. Danach das Gleiche absteigend bis zum Bauchnabel.

  • Armpendeln. Im Sitzen Oberkörper nach vorn beugen, den Arm entspannt zwischen den gespreizten Beinen hängen lassen, den Kopf auf den anderen Arm aufstützen. Mit dem Daumen nach oben 30–60 Sekunden lang kleine Pendelbewegungen durchführen