Rückenschmerzen erfolgreich behandeln

Schaut man in die Schmerzstatistik, so sind Rückenschmerzen das mit am häufigsten verbreitete Schmerzbild. Mittlerweile sind die Ursachen, wie zu viel Sitzen, einseitige Bewegungsmuster und auch Fehlernährung gut erforscht.

Trotzdem versucht man immer noch, mit mehr oder weniger unnatürlichen Methoden, wie Tabletten, Opiaten, Spritzen, Operationen und dem medizinischen Krafttraining diese Schmerzen zu behandeln.

In Deutschland leiden 70 % Prozent der Bevölkerung mehr oder weniger intensiv an Rückenschmerzen und davon bestimmt 80 % an Schmerzen im unteren Rückenbereich. Man kann es aus Sicht eines Mediziners, der sich mit Infektionskrankheiten beschäftigt, durchaus als Epidemie bezeichnen, ohne den Ansteckungsfaktor natürlich.

In den weiteren Ausführungen werde ich noch erläutern, dass es durchaus einen ansteckenden Faktor bei diesem Leiden gibt, bloß liegt dieser nicht im mikrobiologischen Bereich.

Als Erstes wendet sich der Schmerzbetroffene an seinen Hausarzt. Dieser wird in der Regel bei normal bis schwerem Leidensbild an einen Orthopäden überweisen. Jetzt kommt das nächste Glied in der Behandlungskette: das bildgebende Verfahren.

Je nach Diagnosefokus und Geräteoption wird jetzt ein MRT, ein CT oder ein klassisches Röntgenbild angefertigt.

Danach erfolgt die Analyse desselben. Jetzt werden die verschiedensten Diagnosen getroffen:

Meistens unbemerkt voranschreitend, bei der Hüfte beginnend, startet Schritt für Schritt die Verkalkung der Wirbelsäule, auch Morbus Forestier oder Spondylitis ankylopoetica genannt.

Die Verkalkung der Bänder und die Kalkbrücken zwischen den Wirbelkörpern führen zu einer zunehmenden Versteifung der Wirbelsäule. Diese Form der Versteifung tritt häufig in Zusammenhang mit Gicht, Fettleber, Bluthochdruck und Diabetes auf.

Die Bandscheibenvorwölbung ist das Vorstadium des Bandscheibenvorfalls. In der Bandscheibe befindet sich ein gallertartiger Kern, der bei zu viel Druck sich nach außen schiebt. Dabei reißt er den äußeren Faserring auf und wölbt sich aus der Bandscheibe in den Wirbelkanal.

Bei diesem Bild sieht man gut, wie die Bandscheibe den Nerv im Wirbelkanal einengen kann.

Beim Bandscheibenvorfall tritt der Gallertkern sehr stark in den Wirbelkanal und drückt auf den Nerv. Dies führt zu eindeutigen Symptomen wie Missempfindungen in den Beinen, Taubheitsgefühle in den Füßen bis zu Blasenentleerungsstörungen.

Stellt man einen Beinlängenunterschied fest und es ist kein Unfall oder Krankheit aufgetreten, so kann es sich nur um eine angeborene anatomisch bedingte Beinlängendifferenz handeln.

Diese Arten nennt man reale Beinlängendifferenz. Tritt die Beinlängendifferenz aufgrund von Muskelverspannungen und Fehlhaltungen auf, spricht man von einer funktionellen Beinlängendifferenz.

Durch eine Beinlängendifferenz kommt es zu einem Beckenschiefstand. Ab einem Unterschied von ein bis zwei Zentimeter empfiehlt man einen Ausgleich mittels Schuheinlagen, um den Beckenschiefstand und so auch die Wirbelsäule gerader auszurichten und die Schmerzen zu minimieren.

Skoliose kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet Krümmung. Schon Hippokrates hat diese von der Normalität abweichende Krümmung der Wirbelsäule behandelt und beschrieben. 

Zu der Krümmung kommt meistens auch noch eine Torsion der Wirbelkörper.

Das Wirbelgleiten, auch Spondylolisthese genannt, beschreibt einen Prozess bei dem sich der gesamte Wirbelkörper bestehend aus Gelenkfortsätzen, Bogenwurzeln und Querfortsätzen gegenüber dem Nachbarwirbelkörper verschiebt.

Man unterscheidet zwischen der Verschiebung nach hinten und nach vorne (Anterolisthesis oder Retrolisthesis).

Bei dieser Abbildung erkennt man, wie der untere Wirbelkörper sich nach hinten verschoben hat.

Welche Kräfte wirken da, dass sie sogar Wirbelkörper verschieben können, die über faserige Verbindungen, Bänder und Formschluss fest mit dem Nachbarwirbelkörper verbunden sind?

Durch Zusammenbruch der knöchernen Wirbelsäulenstrukturen verengen sich der Wirbelkanal und der Spinalkanal. Symptome, die sich dann zeigen, sind ziehende Schmerzen von der Einengung beginnend nach unten. Meistens bis über das Gesäß nach unten in die Beinrückseite.

Hier sieht man wie das Bandscheibenmaterial den Rückennerv einengt, weil es durch zu viel Druck komplett aus seiner natürlichen Position zwischen den Wirbelkörpern in den Rückenmarkkanal geschoben wurde.

Eine Wirbelkanalstenose liegt hier vor. 

Beim Morbus Bechterew handelt es sich um eine versteifende Wirbelsäulenerkrankung mit dem medizinischen Namen Spondylitis akylosans.

Er gehört zu den Erkrankungen des entzündlich rheumatischen Formenkreises. Neben der Versteifung kommt es immer mehr zur Buckelbildung, zur Krümmung nach vorn und der damit verbundenen Fehlstellung des Halses.

Insgesamt ist es ein sehr schmerzhafter entzündlicher Schmerz, der meistens im unteren Rücken beginnt.

Als Ischialgien bezeichnet man einen Schmerzzustand, den man vor allem dem Ischiasnerv zuordnet.

Dabei wird dieser größte Nerv des Menschen meistens eingeengt. Dies kann direkt in der Wirbelsäule, seinen Austritt aus dem Becken oder auf dem Weg durch die Muskeln passieren.

Auf diese Beeinträchtigung reagiert er meistens mit ziehenden Schmerzen von der Hüfte, die Beinaußenseite entlang, bis zu den Füßen.

Hier sieht man den Verlauf des Ischiasnerv.

Dabei können Engstellungen durch Wirbelsäulenveränderungen, Fehlstellungen der Hüfte, Übersäuerungen der Faszien und Fehlspannungen der Muskulatur als Kombination auftreten oder als Einzelauslöser der ziehenden Ischiasschmerzen.

Diese wird auch medizinisch Spondylarthrose genannt und bezieht sich meistens auf die Facettengelenke der Wirbelsäule

Diese Prozesse an den Facettengelenken sind wie bei jeder Arthrose in der Schulmedizin einem allgemeinen Verschleißbild zugeordnet, welches aus fortgeschrittenem Alter und Knorpelverletzungen besteht.

In der modernen Naturheilmedizin würde man fehlende Bewegung, Übersäuerung und andere Einflüsse mit berücksichtigen.

Wurden diese Diagnosen erstellt und mittels MRT-Befunderhebung noch untermauert, so beginnt die lange Odyssee der Therapien. Dabei sehen viele Ärzte den „Wald vor lauter Bäumen“ nicht.

Was meine ich damit?

Sie konzentrieren sich auf die knöchernen Befunderhebungen, von den MRT-Bildern und den Symptomen, anstatt zu versuchen hinter den Krankheitsprozess zu schauen und die wirklichen Ursachen zu erkennen.

Auf diese Ursachen gehe ich noch tiefer ein. An dieser Stelle sei nur gesagt, dass Diagnosen wie Arthrose, Bandscheibenschäden, Fehlbildungen auch nur ein Symptom sind und die wahren Ursachen findet man nur, wenn man fragt, warum es genau zu diesen Veränderungen kommt und woher die Schmerzen kommen.

Knorpel hat keine Schmerzrezeptoren und auch eine gequetschte Bandscheibe kann nur Schmerzen erzeugen, wenn sie auf den Nerv drückt.

Aber die Bandscheibe selbst hat auch keine Schmerzrezeptoren und auch bei entzündlichen Prozessen steht die Frage: 

Welche Reize haben sie ausgelöst? 

Und nicht: mit wie viel Cortison kann ich sie unterdrücken?

Widmen wir uns nun den möglichen Therapien. 

Meistens setzt sich natürlich die ungenaue Diagnose in einer nicht die Ursachen behandelnden Therapie fort.

Selbst wenn es zum Beispiel dazu kommt, dass eine Operation aufgrund eines starken Bandscheibenvorfalls unumgänglich scheint, muss doch dem Patienten genau gesagt werden, mit welchen Übungen, welcher Ernährung und welcher Lebensweise, er in Zukunft solche Zustände, bestehend aus Schmerzen und Verschleiß, umgehen kann. Letztendlich geht es immer darum: Wofür bin ich motiviert, auf was habe ich meinen Fokus. Schaut man sich statistische Untersuchungen an, die beurteilen, welche Therapien bevorzugt eingesetzt werden, so kommen diese zu einem eindeutigen Schluss: Es werden die Therapien eingesetzt, die den meisten finanziellen Gewinn versprechen.

Dabei spielt das Patientenwohl eine untergeordnete Rolle. Man muss sich nur einmal ein paar Minuten nehmen und die Verflechtungen von Pharmaunternehmen, Krankenhausunternehmen und Ärzteausbildung durchleuchten. Da wird einem schnell bewusst, dass hier nicht nach einer ganzheitlichen, natürlichen und gesundheitsorientierten Patientenlösung gesucht wird. Viele Ärzte sind trotzdem motiviert und versuchen zu helfen, können aber wegen ihrer Ausbildung und dem Krankenkassensystem keine optimale Lösung anbieten.

Abschließend möchte ich einen kurzen Dialog mit einer befreundeten jungen Ärztin wiedergeben.

Nachdem ich wieder mal in einer Therapiesitzung einen Rückenpatienten von Schmerzen befreit hatte, die er schon sieben Monate, trotzt Arztbesuch und Physiotherapie, erleiden musste, ging ich direkt auf sie zu, da sie regelmäßig an meinen funktionellen Schmerzpräventionskursen teilnahm und wir uns immer mal zu medizinischen Problemen austauschten. Ich fragte sie „Warum bekommen die Ärzte oder auch die Physiotherapeuten das nicht so hin?“. Nachdem sie eine Weile überlegt hatte, sagte sie Folgendes: „Das, was du behandelst und bei den Patienten neu einstellst, um die Schmerzen zu lösen, das haben wir in ein bis drei Vorlesungen, die kaum eine Relevanz für die Prüfungen haben und damit geht dieses Wissen einfach im Studium verloren.“ Und zum Glück habe ich mich genau auf dieses Wissen zu über 90 Prozent spezialisiert. Dabei hatte ich gute Lehrer, gute Bücher, viele Ausbildungen und einen gesunden Ingenieurverstand, um diese Sachen in einer Behandlungssystematik zusammenzufassen und Schmerzbetroffenen helfen zu können. Deshalb schreibe ich jetzt auch diesen Text, damit du aufwachst und neue Wege und Lösungen für möglich hältst. Dafür bin ich sehr dankbar.

Welche Therapien durchläuft der „normale“ Rückenschmerz-Patient?

Physiotherapie bei Rückenschmerzen

Die Physiotherapie ist von allen vier Bereichen der schulmedizinischen Behandlung, die meines Erachtens beste Möglichkeit seine Schmerzen behandeln zu lassen.

Warum wirkt sie häufig doch nicht in dem Maße, wie das Schmerzpatient und Physiotherapeut gerne möchten:

  1. Ein großes Argument hierfür ist die Zeit. In 20–30 Minuten Schmerzen erfolgreich einzuschätzen und zu behandeln, die sich über Jahrzehnte aufgebaut haben, ist kaum möglich.

  2. Zu viel falsche Behandlungsansätze. Da wird die falsche Seite behandelt oder hoch gereizte Strukturen werden noch mehr überreizt und der Patient klagt über noch mehr Schmerzen.

  3. Viele Physiotherapeuten haben auch ein falsches Bild von den richtigen Übungen, die ein Schmerzpatient ausführen sollte. Häufig wird zu unfunktionell gedehnt oder gekräftigt.
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Auch wenn ich diese drei Kriterien als problematisch bei der physiotherapeutischen Behandlung sehe, so ist doch oft die Physiotherapie der sinnvollste Baustein in der gängigen Schmerztherapie.

Physiotherapeuten arbeiten oft bis zur Selbstaufgabe für die Schmerzpatienten. Sie werden unterbezahlt und häufig von den Ärzten bevormundet, obwohl sie meistens viel mehr praktisches Erfahrungswissen zum Thema Schmerz besitzen. 

Auch gibt es meines Erachtens einen positiven Aufwärtstrend, was die Effektivität von physiotherapeutischen Behandlungen angeht.

Physiotherapie kann helfen, die Schmerzen zu lindern. Dabei kann das Ergebnis von Therapeut zu Therapeut unterschiedlich sein. Höre auf Dein Körpergefühl und breche die Behandlung ab, falls sie Dir nicht guttut.

Operationen an der Wirbelsäule

Abgesehen von den Risikofaktoren, die mit einer Operation an der Wirbelsäule verbunden sind, ist es meines Erachtens eine Schande, dass es unsere moderne Medizin nicht schafft, Warnmechanismen und Vorsorgeprogramme zu etablieren, die den Einsatz von so risikoreichen und kostenaufwendigen Operationen machen.

Hier hat sich scheinbar eine Industrie zum Selbstzweck etabliert und, anstatt die Operation an der Wirbelsäule als letzten Ausweg einzusetzen, wird es heute als das modernste schmerztherapeutische Mittel eingesetzt.

Wenn man sich bewusstmacht, dass Bandscheiben, Wirbelkörper und Knorpelflächen keine schmerzwahrnehmenden Rezeptoren haben und künstliche Veränderungen, wie Versteifung und Bandscheibenaustausch trotzdem Schmerzen bereiten können, wird die verdrehte Situation noch klarer.

Eine positive Tendenz ist erkennbar, dass nur noch Operationen, die wirklich notwendig sind, operiert werden.

Aber eins wird noch zu wenig berücksichtigt:

Eine Operation ist immer eine kurzfristige Lösung. Die Schmerzen kehren, wenn man nicht die wirklichen Ursachen behandelt, wieder zurück.

Statistische Untersuchungen belegen, dass in Deutschland relativ viel operiert wird. 

Ca. 500 chirurgische Eingriffe an der Wirbelsäule pro 100.000 Einwohner. Dabei gibt es regional starke Unterschiede. 

Es kann je nach Region bis zu 13-mal häufiger operiert werden. Starte jetzt mit deinem Operations-Vermeidungs-Programm!

Spritzen bei Schmerzen an der Wirbelsäule

Auch Spritzen sind keine ursächliche und natürliche Lösung für Schmerzen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Behandlungsergebnisses.

Eine häufige ist aus meiner Sicht, dass sich eine Besserung ergibt; die schmerzfreien Episoden aber von Spritze zu Spritze abnehmen.

Sollte wirklich eine Entzündung im Gelenk vorliegen, so kann eine einmalig verabreichte antientzündliche Spritze eine Brücke zu einer ursächlichen Therapie und besseren Lebensweise schließen.

Warum sind Spritzen gefährlich?

  1. Cortison als häufiger Inhaltsstoff ist zwar relativ natürlich, schafft aber eine diabetische Stoffwechsellage.  

  2. Cortison mindert die lokale Immunabwehr und eröffnet so möglichen Keimbelastungen mehr Angriffsmöglichkeiten.  

  3. Cortison erweicht den Knorpel und macht ihn so für Verschleiß noch empfänglicher.  

  4. Spritzen können Bakterien in den Wirbelsäulenbereich tragen.  

  5. Oftmals ist keine statistisch belegbare Wirkung von Spritzengaben erwiesen. Dies betrifft vor allem die langfristige Wirkung.  

  6. Gerade im Rückenbereich können Spritzen auch sehr akute Nebenwirkungen, wie Lähmungen, Kribbeln in den Beinen, Taubheitsgefühle, Kopfschmerzen und Schwindel auslösen.

Spritzen stellen sehr selten eine wirkliche Lösung dar.

Sie sind meistens eine gefährliche Scheinlösung.

Schmerzmittel und Schonung bei Rückenschmerzen

Viele Patienten werden von ihren Hausärzten oder auch dem Orthopäden nach Hause geschickt, mit einem Schmerzmittelrezept versehen und mit der Aufforderung sich einfach zu Hause zu schonen. Hintergrund ist, dass laut Statistik ein Großteil der Schmerzen mit der Zeit verschwindet.

Auch wenn das erstmal plausibel klingt, ist es doch ein Armutszeugnis für die moderne Medizin.

Statistisch gesehen ist ein Autounfall ziemlich unwahrscheinlich. Trotzdem tragen wir einen Sicherheitsgurt. Bei dieser Annahme steht kein systematischer Ansatz, sondern die Hoffnung Pate. Die Nebenwirkungen von Schmerzmitteln werden ausgeblendet und die Schmerzen, selbst wenn sie abklingen, kommen immer wieder bis das Problem wirklich gelöst wird. Es ist ein Lotteriespiel: Macht der Patient etwas Falsches an seinen Bewegungen, an seinem Training oder an seiner täglichen Dauerhaltung, so kommt er nie auf diesem Weg aus diesem Schmerzdilemma heraus.

Viele Menschen haben sich in die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln geflüchtet, um einen letzten Rest von Lebensqualität zu erhalten. Häufig wird auch schnell zur Schmerzmitteleinnahme übergegangen, um körperliche Leistungen zu ermöglichen. Schauen wir uns die Problematik von Schmerzmitteln einmal genauer an.
Jede Einnahme von Schmerzmitteln ist mit möglichen Nebenwirkungen verbunden. Durch das jahrelange praktische Arbeiten mit Patienten, die Schmerzmittel einnehmen, hat sich folgender Leitspruch für mich herausgebildet:

„Jedes Medikament wird langfristig in seiner Wirkung von der Nebenwirkung eingeholt und hat somit langfristig mehr Nachteile als Vorteile!“

Die Nebenwirkungen setzen häufig Jahre später ein, also stark verzögert, sodass sie kaum mit der Einnahme des Medikaments in Verbindung gebracht werden.

Anmerkung:
In der Akuttherapie können Schmerzmittel eine Brücke zu einer ursächlichen Therapie bilden, bis diese greift. Aber langfristig ist es keine Lösung.

Vorsicht bei der Einnahme: Durch die Werbung wird uns suggeriert, dass die Schmerzmitteleinnahme eine risikolose, schnelle und gut verträgliche Möglichkeit der Schmerzbewältigung ist. Man sieht kaum eine Werbung, bei der der Patient Jahre später an Nierenversagen, Leberzerstörung oder Darmblutungen leidet und stirbt.

Die aktuelle Studienlage geht davon aus, dass mindestens 2.000 Tote jährlich auf das Konto von Nebenwirkungen durch Schmerzmittel gehen.

Zusammenfassung des normalen Therapieweges

Auch hier gibt es keine einheitliche und systematische Behandlungsoption. 

Der Orthopäde entscheidet nach seinem medizinischen Weltbild, welche Therapie infrage kommt. Meistens ist es so, dass der Orthopäde sich mit bestimmten Therapieverfahren vernetzt hat, bzw. sie selbst anbietet und natürlich werden diese Verfahren bei Rückenschmerzen auch zum Einsatz kommen.

Beispiel 1

Ein Orthopäde arbeitet mit einem Kraftstudio zusammen. So wird er ihnen bei Rückenschmerzen sein Kraftstudio empfehlen, obwohl genau das in sehr vielen Fällen falsch ist.

Beispiel 2

Ein Orthopäde hat sich zusätzlich zum Operateur qualifiziert und arbeitet mit einem Krankenhaus zusammen, dann wird er ihnen bevorzugt eine Operation für die Wirbelsäule anbieten, obwohl vielleicht eine konservative Therapie ausreicht.

Schauen wir uns jetzt die wirklichen Schmerzursachen an und einen Behandlungsweg, der diese berücksichtigt.

Wie entsteht der Rückenschmerz nach dem VITARTIC -Schmerzmodell?
Die erste Ebene der Schmerzentstehung:

Der Faszienschmerz

Die Faszien sind ein Wunderwerk. Sie durchziehen den ganzen Körper mit einem Netzwerk und stellen viele Körperfunktionen sicher.

Während früher das Bindegewebe nicht beachtet wurde und bei der Anatomie einfach entfernt wurde, ist es in den letzten Jahrzehnten immer weiter erforscht worden.

So stellte man folgende wichtige Bindegewebskriterien fest:

1. Das Bindegewebe speichert Wasser und stellt dieses auch den Körperzellen zur Verfügung.

2. Das Bindegewebe kann Giftstoffe und Säuren speichern und so für den direkten Stoffwechsel neutralisieren.

3.Das Bindegewebe sorgt durch die vielen Rezeptoren für die Wahrnehmung der einzelnen Körperteile und macht damit komplexe Bewegungsmuster erst möglich.

4. Das Bindegewebe signalisiert seine biochemische Qualität durch verschiedenste Gedankensignale: „Heute kann ich Bäume ausreißen!“, oder „Heute fühle ich mich nicht so …!“

5. Das Bindegewebe signalisiert stärkste punktuelle Übersäuerung als brennenden Schmerz.

6. Das Bindegewebe sorgt bei optimaler Versorgung für flüssige und elastische Bewegungen.

7. Das Bindegewebe kann in seiner strangartigen Form (Faszien) Gefäße und Nerven abdrücken.

Sieht man sich jetzt den Rücken an, so findet man dort die stärkste und größte Faszie am menschlichen Körper, die Rückenfaszie.

Sie sammelt und puffert Stoffwechselabbauprodukte und genau das kann zu brennenden und blockadeähnlichen Schmerzen führen.

Hinweise auf den Faszienschmerz sind:

Brennende Schmerzen, die vor allem morgens auftreten.

»   Die Säuren und Schlacken, die vor allem morgens im Körper anfallen, werden bis zum Ausspülen in der Rückenfaszie zwischengelagert. Ist diese sowieso überladen, wird die Konzentration an Säure so stark, dass das Gewebe der Rückenfaszie brennende Schmerzen signalisiert.

Schmerzen, die kaum mit Schmerzmitteln gesenkt werden können.

»   Da diese Schmerzen direkt im Gewebe erzeugt werden, genauso als ob man mit der Hand in ein Säurebad greift, kommt es zu einer direkten Schmerzwahrnehmung. Diese Wahrnehmung kann nur schwer unterbrochen werden. In den meisten Fällen gibt man Opiate, da dann die Wahrnehmung gesenkt wird.

Schmerzen, die bei Ausdauerbewegungen zu einem Blockadegefühl im Rücken führen.

»   Mit jedem Schritt, den man tut, wird eine übersäuerte und unflexible Rückenfaszie fester und letztendlich richtig steif. Wenn dann der Rücken sich aufgrund der Steife kaum noch bewegen lässt, erzeugt das ein Blockadegefühl.

Ziehende Schmerzen, die einen strangartigen Verlauf haben

»   Eine unflexible Faszie erzeugt einen ziehenden Schmerz, wenn sie auseinandergezogen wird. Manchmal wird dieser Zug schon durch einfaches aufrechtes Stehen erzeugt. Bei der Therapie muss genau ergründet werden, warum die Faszie so unflexibel ist.

Die zweite Ebene:

Der muskuläre Spannungszugschmerz

Jede Bewegung des menschlichen Körpers ist von Anspannung und Entspannung begleitet.

Was bedeutet das genau?

Führe ich zum Beispiel eine Armbeugung durch, so spanne ich die Arminnenseite, sprich den Bizeps, an und automatisch entspannt sich die Armaußenseite, der Trizeps. Nur so ist die Bewegung möglich. Dieser Vorgang findet bei jedem Gelenk und jeder Körperbewegung statt.

Durch einseitige Bewegungsmuster, wie Sitzen, nach vorn unten Arbeiten, Gehen und Stehen verkürzen sich unsere Muskeln, da sie sich ständig an die Bewegungsreize anpassen. So werden sie meistens sehr kurz und können nur noch in den üblichen alltäglichen Arbeitswinkeln Kraft aufbauen. Mit der Zeit bauen die Muskeln immer mehr Spannung auf.

Will man dann eine Beugung oder Streckung ausführen, geben sie nicht mehr nach. Sie können nicht mehr kontrolliert entspannen. Somit spannt die eine Seite an, um die Bewegung auszuführen und die Gegenseite tut dasselbe, da sie durch das Fehltraining nicht entspannen kann.

Die resultierende Kraft geht direkt in das Gelenk und führt zu einem unnatürlich hohen Anpressdruck der Gelenkflächen, der letztendlich das Gelenk schädigen würde.  Um vor dieser Schädigung zu warnen, misst das Gehirn die Spannungsreize im Muskel und projiziert direkt den Schmerz als Warnung vor diesem Verschleiß in den Muskel, der aktiv anspannt, um die Bewegung und damit die Gelenkschädigung zu stoppen. 

Das können plötzlich stechende Schmerzen sein, sich langsam steigernde Schmerzen und Schmerzen, die über den Tag verteilt bei bestimmten Bewegungen immer wieder auftauchen.

Wichtig ist auch, dass mit dieser Herangehensweise Schmerz endlich logisch wird. Denn wie sonst sollen Phantomschmerzen, bei denen Muskeln maximal verkürzt sind, aber das Gelenk nicht mehr vorhanden ist, erklärbar sein. Oder wie soll ein Knorpel, der keinerlei Schmerzrezeptoren hat, Schmerzsignale aussenden?

Beim Rücken entsteht dieser Schmerz durch langes Sitzen und nach vorn gebeugte Tätigkeiten. Dadurch verkürzen die Muskeln der vorderen Rumpf-Hüft-Muskulatur (Bauch-, Oberschenkel- und Hüftbeugemuskel). Sie bilden in ihrer Kette meistens den Spannungszug, der auf der gegenüberliegenden Seite dem Rücken Schmerzen auslöst.

Verkürzung beim Sitzen, die zur Schmerzzugspannung führt

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Im Stehen baut sich dann im Rücken die Gegenspannung zur Schmerzzugspannung auf.

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Die resultierende Kraft drückt enorm, gerade bei Bewegung auf die Bandscheibe. Um vor der Verletzung zu warnen, projiziert das Gehirn einen starken Warnschmerz in den Rücken. 

Ein Schmerz dient immer dazu, eine Bewegung zu unterbinden. In diesem Fall soll mit dem Schmerz das Aufrichten des Rumpfes unterbunden werden, damit die Druckkräfte auf die Bandscheibe nicht zu groß werden und keine Formveränderung (Bandscheibenvorfall) eintritt.

Die dritte Ebene:

Der Entzündungsschmerz

Entzündungen entstehen immer da, wo ständige unnatürliche Reize das Gewebe überfordern.

Welche Reize können das sein und wie schützt sich der Körper dagegen?

»  Infektionen können auf verschiedenste Art in den Körper gelangen. Nicht nur die Bakterien alarmieren das Immunsystem des umliegenden Gewebes, sondern die säure belasteten Abfälle der Bakterien.

Sie stellen einen Dauerreiz dar. Wenn ein Gelenk sehr wenig bewegt wird, können sich dort Bakterien festsetzen, die über Zahninfektionen, Erkältungserkrankungen in den Körper gelangt sind.

Oder das Gelenk wird direkt mit Bakterien bei einer OP infiziert. häufig mit einer Spornbildung einhergehen. Zum Beispiel Fersensporn.

»  Punktuelle Übersäuerungen, zum Beispiel durch Harnsäurekristalle, führen zu Entzündungsschmerzen.

»  Zu hohe Zugspannungen am Sehnen-Knochenhaut Übergang reizen die Knochenhaut und führen zu Entzündungen, die häufig mit einer Spornbildung einhergehen. Zum Beispiel Fersensporn.

»  Auch Schwermetallbelastungen können zusammen mit Elektrosmog und/oder Aluminium Entzündungen an verschiedensten Körperregionen hervorrufen. Gerade dort, wo etwas abgeklemmt und minder durchblutet wird, zum Beispiel durch starke Muskelverspannungen, kommt es zu solchen Ablagerungen.

In diesen Fällen versucht sich der Körper vor dem unnatürlichen Reiz zu schützen, indem er Bindegewebe bildet. In der betroffenen Region wird mehr Bindegewebe eingelagert. Es kommt zur Fibrose.

Typische Entzündungsschmerzen:

Druckschmerzen

Man liegt zum Beispiel auf der Seite und der seitlichste Knochen (Trochanter Major) ist überempfindlich und fängt an zu schmerzen, sodass die Schlafqualität stark eingeschränkt ist.
Oder drückt bestimmte Punkte und spürt, wie diese überempfindlich sind und sofort mit starkem Schmerz reagieren.

Punktschmerzen

Der Schmerz ist immer an einem bestimmten Punkt lokalisiert, verstärkt sich bei Bewegung und ist selbst in Ruhestellung tastbar.

Ganze Wirbelsäulenbereiche, wie zum Beispiel die Brustwirbelsäule

Natürlich können auch ganze Bereiche entzündet sein. Das zeigt sich meistens durch Schwellung und Temperaturerhöhung.

Gerade tief neben und an der Wirbelsäule auftretende punktuelle Schmerzen sind typisch für diese Region. Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten:

1.

Drahtseilähnliche Hartspann-Muskelzüge setzen zum Beispiel an den Dornfortsätzen an und überreizen mit ihrer Zugspannung die Knochenhaut. Dies ist mit der Zeit ein dauerhafter unnatürlicher Reiz, auf den der Körper mit einem schmerzhaften Entzündungsprozess reagiert.

2.

Auch Ablagerungen in der Rückenfaszie können Entzündungsschmerzen hervorrufen. Zum Beispiel Schwermetalle, die sich punktuell durch die verkrampfte Rückenmuskulatur dort stauen und ablagern.

3.

Infektionen und deren Säurefluten können zu Entzündungsschmerz führen. Auch eine dauerhafte Übersäuerung ist ein unnatürlicher Reiz, der Entzündungsprozesse in Gang setzt. Stelle dir einfach vor, du würdest deine Hände immer wieder in einer aggressiven Flüssigkeit baden. Irgendwann würde sich deine Handhaut auch entzünden und Schmerzen auftreten.

Da man beim VITARTIC -Therapieprogramm um die möglichen Auslöser des Schmerzes weiß, kann man diese auch gezielt behandeln.

  1. Durch die genaue Anamnese wird festgestellt, welcher Schmerzauslöser überwiegt.

  2. Dieser Schmerzauslöser wird dann umfassend behandelt.

  3. Gleichzeitig werden auch die anderen Schmerzebenen mit behandelt, um eine vollkommene Schmerzreduktion zu erreichen.

  4. Jeder Therapieschritt richtet sich hauptsächlich auf eine Schmerzebene aus. Mit der Tiefen-Faszien-Behandlung wird in erster Linie der Faszien-Schmerz gelöst. Mit der Neurofaszialen-Triggertherapie (NFT) wird der Spannungszugschmerz effektiv reduziert.

  5. Mit einem galvanischen Ausleitungsverfahren wird der Entzündungsprozess weitgehend gestoppt. Schwellung, Rötung und Schmerz gehen meistens schon bei der ersten Behandlung zurück.

  6. Durch Training und Lebensstrategien wird der Therapiezustand auch im Alltag erhalten.

  7. Langfristige Begleitung sichert die notwendige Qualität in der Übung und eine ständige Feineinstellung der Lebensgewohnheiten. So wird die angestrebte Schmerzfreiheit abgesichert und erreicht.

Wenn Du mir bis hierher gefolgt bist, möchtest Du sicherlich gerne wissen, wie Du mit mir in Kontakt treten kannst, um Deine Rückenscherzen loszuwerden. Damit ich so vielen Betroffenen wie möglich helfen kann, habe ich drei Programme aufgebaut, die unabhängig voneinander funktionieren und sich auch gegenseitig ergänzen können.

Das erste Rückenschmerzprogramm heißt „Deine Rücken-Rettung!“. Wenn Du dich hierfür entscheidest, kannst Du sofort beginnen und wirst auch von mir direkt mit betreut. Neugierig? Alles Weitere erfährst Du in dem folgenden Video.

Das zweite Rückenschmerzprogramm ist das „Rücken-Schmerzanalyse-Paket“. Hier kannst Du persönlich mit mir kommunizieren und bekommst Anleitungen und Empfehlungen zur Therapie. Schaue Dir hierzu folgendes Video an.

Das dritte Rückenschmerzprogramm ist ein Kurs, der Dich noch besser die wahren Ursachen von Schmerzen verstehen lässt und Dir allgemeine Empfehlungen zum Umgang mit Schmerzen gibt. Dafür habe ich folgendes Video vorbereitet.